Der Männerchor „ Eintracht“ Köthen wurde am 10. März 1862 als Männergesangsverein „Eintracht“ gegründet. Der Geist dieser Männerchorgemeinschaft muss in all den Jahren äußerst stark gewesen sein, sonst wären die Höhen und Tiefen, die es verständlicher Weise in dieser langen Zeit sowohl von Außen als auch von Innen gegeben haben muss, nicht so erfolgreich gemeistert worden.

Diese Männerchorgemeinschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich selbst und tausenden von Menschen Freude, Geselligkeit und sinnerfüllte Zeit zu bereiten. An diesem besagten 10. März 1862 kamen also in Köthen einigen Herren in einer uns unbekannten Lokalität zusammen und gründeten den Männergesangsverein „Eintracht“ Köthen.

Jedoch können wir leider auf keine Archivalien aus der Gründerzeit des Chores zurückgreifen, da die erste Aufzeichnung vom 21. Januar 1883 datiert. Hier ist das Gründungsdatum ersichtlich. Bekannt ist, dass die  "Eintracht“ nicht der erste Männerchor in Köthen war, denn es existierten zu der Zeit mindestens 11 Männerchöre in dem kleinen Köthen.

Sie wurden gegründet und wieder aufgelöst, bis auf Einen, der all die Irrungen und Wirrungen der Zeit überstand - die „Eintracht“. Diese hat es sich dann zur Aufgabe gemacht und als Ziel gesetzt, mit der Erbauung der Seele des Sängers auch Andere, als Publikum, teilhaben zu lassen. Wie bereits erwähnt, datiert die erste Aufzeichnung vom 21. Januar 1883, sicher in unterschiedlicher inhaltlicher Qualität aber lückenlos bis zum heutigen Tage vorhanden, sodass man aus einem unerschöpflichen Quell über Umfeld, Geist und Arbeit des MC „Eintracht“ schöpfen kann. 

Erwähnenswert wären zum Beispiel die Mitgliederzahlen. Diese schwankten vor dem 1. Weltkrieg zwischen 45 und 55 Sänger. Das mitgliederstärkste Jahr war 1924 mit 94 Sängern. Bis zum 2. Weltkrieg  pendelte sich die Zahl der Mitglieder auf 60 bis 70 ein.

Bis zur Umfirmierung der MC „Eintracht“ zum Gemischten Chor  „Chorklang Eintracht“ zum 1. Juni 2015, wurden nur noch 17 aktive Sänger gezählt. 18 Chorleiter standen in dieser Zeit dem MC „Eintracht“ vor. Stellvertretend möchten wir an dieser Stelle Karl-Heinz Kresse erwähnen, welcher am längsten als Chorleiter den Taktstock schwang aber leider mit 47 Jahren verstarb. Von 2011 bis 2018 stand Georg Beyer als Chorleiter dem Chor vor, der dann auch den Gemischten Chor  „Chorklang Eintracht“ als Chorleiter leitete. 

Wie sagt man so schön? „Eine Gemeinschaft ist immer so gut wie ihre Führung.“ Also wurden immer die engagiertesten Sänger zum Vorstand gewählt. So waren, um nur Einige zu nennen, Alfred Dietze, Fritz Brandt, Kurt Ludwig und Manfred Tennert 1. Vorsitzende. Zwischen 1996 und 2016 war Reinhard Körner, der am längsten amtierende 1. Vorsitzende des Chores. Mit seiner Verabschiedung von der Funktion wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Seit 2016 liegt nun der Vorsitz in den Händen von Eckhard-Bodo Elze.

Schweifen wir nochmal in das Jahr 1914 ab. Denn der MC  „Eintracht“ musste auch dunkle Seiten überstehen. Wegen des Krieges musste das Singen eingestellt werden. Sangesbrüder wurden eingezogen und immer wieder mussten gefallene Sangesbrüder beklagt werden. Auch das Jahr 1930 weckte unangenehme Erinnerungen. Die Wirtschaftskrise wurde zur Dauerkrise, die auch den Chor nicht verschonte. Erwerbslosigkeit und die dadurch immer schlechter werdenden wirtschaftlichen Verhältnisse rissen ein großes Loch in die Chorkasse, da einige Mitglieder ihren Mitgliedsbeitrag nicht mehr zahlen konnten. Trotz dieser schwierigen Situation waren die Chorproben aber immer gut besucht. Aufgrund von politischen Entwicklungen im Jahre 1939 war die Existenz der „Eintracht“ gefährdet. Sänger wurden an die Waffen und zu anderen Diensten gerufen. Jedoch blieb der Chor immer noch zahlenmäßig der Größte. Im Jahre 1943 wurden dann die Tätigkeiten der Vereine wegen des anhaltenden Krieges eingestellt. Die verbliebenen Sänger hofften nun, dass der Gesangsverein bald wieder die Zulassung zu seiner Arbeit erhält. Am 27. August 1948 war es dann soweit. Der alte 1. Vorsitzende Alfred Dietze eröffnete  die erste offizielle Zusammenkunft des MC „Eintracht“ nach dem Krieg. Das normale Leben entwickelte sich wieder. Feste und Fahrten wurden wieder durchgeführt. Denn der Hunger auf Vergnügungen war groß. Aber in all den Jahren bis dato stand immer das Singen im Vordergrund.  Konzerte und kleinere Auftritte folgten und wir hatten diesbezüglich gut zu tun, da sich der MC „Eintracht“ Köthen einen Namen machte und dadurch  im kulturellen, speziell im gesanglichen  Bereich immer wieder gern gebucht wurde. 

Am 21. Juni 1990 wurde der Chor Mitglied im Sängerbund Sachsen-Anhalt. Es fanden dann immer wieder regelmäßige Chortreffen statt. Kontakte zu anderen Männerchören wurden geknüpft. Im Jahre 2002 erhielt der MC  „Eintracht“ anlässlich seines 140-jährigen Bestehens die Zelter-Plakette mit der Unterschrift des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau. 

Der Chor war in den letzten Jahren von dem Problem, welches viele Chöre haben, nicht verschont geblieben - sinkende Mitgliederzahlen. Der Fortbestand des Chores war gefährdet. In der Mitgliederversammlung vom 10. März 2015 machte man sich u.a. mit dem Gedanken eines Gemischten Chores vertraut.  

Am 31.05.2015 bestritt der Chor sein letztes Konzert als Männerchor. Am 1. Juni 2015 wagte dann der Chor einen Neuanfang mit einer Umfirmierung zum Gemischten Chor „Chorklang Eintracht“ Köthen. 

Nach zwei offenen Proben konnte eine Vielzahl von Frauen gewonnen werden, dem umfirmierten Chor beizutreten. In einer recht kurzen Zeit konnte der gemischte Chor ein auftrittsreifen Repertoire erarbeiten, so das wir bereits im Mai 2016 zum 5. Landeschorfest in Naumburg in der Kirche am Dom dem Publikum einen begeisterten Auftritt präsentieren konnten.

Die Zusammenarbeit zwischen dem "Chorklang Eintracht" Köthen und dem Chorleiter, Georg Beyer, endete Ende Dezember 2018.

Seit Anfang Januar 2019 hat Jean Francois de Guise die musikalische Leitung des "Chorklang Eintracht" Köthen übernommen.

So konnte ohne jegliche Unterbrechung die Probentätigkeit fortgeführt werden. Die völlig neue Philosophie des Singens wurde von den Chormitgliedern sehr gern aufgenommen. Und auch der neue Probenstil legte die Grundlage, dass der Chor bereits nach vier Monaten wieder ein Konzert mit neuem Repertoire geben konnte.